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NOODNIK #16

Zeitschrift der Jüdischen österreichischen Hochschüler:innen

Kommentar.

Bei uns gibt es kein “Ende gut, alles gut”

Bei uns gibt es kein “Ende gut, alles gut” Diese Ausgabe widmen wir gewissermaßen den letzten zwei Jahren. Eine Zeit, die nicht nur für die JöH eine sehr bewegende war. Im letzten NOODNIK berichteten wir über Bündnisse, die zu Bruch gingen, doch eigentlich schien da auch eine Hoffnung durch. Wir hofften, dass nach beinahe zwei Jahren Krieg alle ihr wahres Gesicht gezeigt hätten. Doch wieder einmal war unsere Einschätzung von Naivität geblendet. Pünktlich zum Release der besagten letzten Ausgabe fing der Krieg mit dem Iran an. Dies bedeutete, dass uns die Absurdität unserer Realität wieder einmal vor Augen geführt wurde. Denn…

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Schmock des Quartals.


Venie wieder ist jetzt: Mit Eisenschwert gegen den Judenstaat.
Der Schmock gibt im Gegensatz zum NOODNIK nur leere und unnötige Aussagen wieder. Der Schmock ist auch das, was zum Vorschein kommt, wenn einer seinen Bademantel nicht geschlossen halten kann.

Bildstrecke.

Jennifer Leviev (*2002 in Wien), Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien. Künstlerischer Schwerpunkt auf Malerei und digitaler Kunst. Körperbilder und Schönheitsnormen liegen ebenso im Fokus ihrer Arbeiten wie die Medialität von Leere und Tristesse im Alltäglichen, in dem ihre Objekte wie gefangen wirken. Fertigt Illustrationen für Magazine an, Cover Artworks für die NOODNIK Ausgaben #10 / #13 / #14 / #15.

Editorial.

Liebe:r Leser:in, 

Der NOODNIK ist jetzt “Sweet Sixteen”: Wir dürften in den USA nun also ohne Aufsicht Autofahren. Wow! Statt FührerSCHEIN stecken wir leider noch im FührerLAND fest, das wir nun zumindest für eine Weile mittels rechtlich abgesicherten Komasaufens vergessen könnten.

In einer der Ausnüchterungsphasen haben wir auch die vorliegende 16. Ausgabe des NOODNIK auf die Beine gestellt. Mit unserer neugewonnenen, jugendlichen Arroganz des Fast-Erwachsenseins widmen wir uns im SCHWERPUNKT diesmal einem besonders heißen Eisen: jüdischer Extremismus. Darf man diesen Begriff überhaupt aussprechen, fragt sich die jüdische Diaspora? Antwort NOODNIK: Wir schreiben bloß. Und drucken.

Jedenfalls widmet sich unser Leitartikel der Frage, ob die radikalste – for lack of a better word – scheißeste, israelische Regierung in der Geschichte des Staates wirklich eine Zäsur darstellt oder doch eher Kontinuität tieferliegender extremistischer Ideologien ist. Neben eines geschichtlichen Abriss zur recht extremen, jüdisch-amerikanischen, rechtsextremen Jewish Defense League (JDL), findet sich im SCHWERPUNKT außerdem ein Interview mit dem renommierten israelischen Regisseur Shai Carmelli Pollak zu seinem Aktivismus der „Protective Presence” im Westjordanland sowie eine Kritik des Begriffs des „(jüdischen) Linksextremismus”.

Falls du an diesem Punkt noch immer nicht genug von jüdischem Extremismus hast, findest du in POLITIK einen Kommentar zur Todesstrafe in Israel, der deine Laune mit Sicherheit noch weiter vermiesen wird – gern geschehen! Neben einem Bericht zum imperialen Schwanzvergleich zwischen Trump und König Charles findet sich in unserer Politik-Rubrik (REIM!) auch eine Analyse der Kontinuitäten des sowjetischen Antizionismus, gute Nachrichten aus Ungarn für die jüdische Gemeinde und ein Gastbeitrag der Hochschüler*innen Österreichischer Roma und Romnja (HÖR) zu gegenwärtigen wie vergangenen Versäumnissen österreichischer Erinnerungspolitik.

Der FEMINISMUS beginnt mit einem eindrücklichen Interview zur Initiative “Or Tamid” und deren Kampf für eine Meldestelle bei sexualisierter Gewalt in der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt. Nach einem Abstecher zu antisemitischen und misogynen parasozialen Beziehungen, mit denen @rose_igeaussichten als Jüdin in der Öffentlichkeit abgefuckt wird, findest du in “Ich wollte eigentlich nur beten” einen sehr lesenswerten Erfahrungsbericht zu Trans und Judentum bzw. jüdischem Transsein. Außerdem freuen wir uns ganz besonders über die BRANDNEUE FEMINISMUS-Kolumne, in der mittels “Jewish Feminist Space Laser” alle misogynen und antisemitischen Wappler:innen ab sofort durchbohrt werden.

In der KULTUR gibt es wieder Diverses im Sortiment: Ein Deep-Dive in das Phänomen der antisemitischen Big Yahu Memes, ein Collab mit dem EDA-Magazin aus SCHLAND und eine Neufauflage unseres – mittlerweile als UNESCO-Weltkulturerbe eingestuften – Jewish Survival Guides, der euch diesmal zum Lösen des Nahostkonflikts anleitet. How nice. Außerdem findest du Artikel zur spannenden 7.Oktober-Adaption des Orpheus-Mythos als Oper, den JöH-Troubles mit Antisemit:innen wegen des Eurovision Song Contests sowie einen Einblick in die erste Konferenz der Association for Central European Jewish History and Genealogy (CEJHG) in Wien.

Während du im STERNWORTRÄTSEL deinen überdurchschnittlich hohen IQ – mit dem du als gemeine:r NOODNIK-Lesender geblessed wurdest – auf die Probe stellen kannst, haben wir im HORROKSOP gerade für die hungrigen Astrolog:innen einige Leckereien am Start. Mhhhhhhm.

Wenn du ein:e visuelle:r Lerner:in bist (du kannst dich nicht mehr als zwei Sekunden konzentrieren) – no judgement! In der großartigen BILDSTRECKE von Jennifer Leviev gibt es jede Menge Ansehnliches zu bewundern, das für genug Abwechslung während des Offline-Lesens sorgt.

Beim Rücklesen dieses Editorials können wir kaum fassen, welch großartige Ausgabe wir wieder einmal gezaubert haben. Wir wünschen in allergrößter Bescheidenheit und Demut die beste Zeit beim Lesen und Verschlingen,

Die NOODNIK Redaktion

Schwerpunkt.

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    Lieber Alon Ohel – Ein Bericht Nach 737 Tagen Geiselhaft ist der 24-jährige, israelisch-deutsche Pianist Alon Ohel endlich wieder bei seiner Familie in Lavon. Er kam erst im Rahmen des jüngsten Geiseldeal frei. Was müsste man Alon über die Welt zwischen Oktober 23 und 25 berichten, die ihm in völliger Abschottung in den„Lieber Alon Ohel – Ein Bericht“ weiterlesen
  • Bring Them Home – aber nicht um jeden Preis
    Bring Them Home – aber nicht um jeden Preis Zwei Jahre Kampf um das Geisel-Narrativ Kaum ein Thema hat die israelische Mehrheitsgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren so geeint und gespalten, wie das Schicksal der Geiseln. Während zu Beginn noch das unfassbare Leid des  siebten Oktobers im Vordergrund stand, überlagerte der Einmarsch der„Bring Them Home – aber nicht um jeden Preis“ weiterlesen
  • Skaters against Genocide
    Skaters against Genocide Performanz und Identitätsstiftung im sogenannten Palästina-Aktivismus Ich schicke meiner Freundin Xsenia* (*Name von der Redax zum Schutz geändert) diesen Text in der Rohfassung – zum drüberschauen. „Judith, das muss mehr schnalzen!” Sie schickt mir Screenshots aus ihrem Freundeskreis, da ist alles mit dabei: Die Propaganda Accounts á la “All eyes„Skaters against Genocide“ weiterlesen
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    Danke für nichts und alles Nach zwei Jahren des Schweigens, Streitens und Verlernens bleibt mir eigentlich nur eines: Danke zu sagen. Nicht aus Höflichkeit, sondern weil Dank manchmal die ehrlichste Form der Resignation ist. Danke an ein Land, das sich in diesen zwei Jahren so sehr bemüht hat, den Nahostkonflikt endlich in Europa„Danke für nichts und alles“ weiterlesen
  • Keine Botschafter Israels, oder doch? 
    Keine Botschafter Israels, oder doch? Über die Rolle jüdischer Gemeindevertreter:innen und ein bedenkliches ZiB 2-Interview Eine große Sorge, die Jüdinnen und Juden weltweit beschäftigt, ist im Alltag ohne Anlass für den Staat Israel und dessen Handlungen eintreten zu müssen. Die Angst, plötzlich als Pro-Bono-Anwalt des jüdischen Staates herangezogen zu werden, prägt die Realität„Keine Botschafter Israels, oder doch? „ weiterlesen

Politik.

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    Warum die ÖH Uni Wien gescheitert ist  Unausgesprochener linker Antisemitismus und die Illusion solidarischer Praxis Ich, Ida Belaga, habe die Koalition von GRAS und VSStÖ an der Hochschüler_innenschaft der Uni Wien am 17.11.2025 öffentlich für gescheitert erklärt, doch war diese Zusammenarbeit schon seit längerem zum Scheitern verurteilt. Um die Schwere dieser Entscheidung verständlich„Warum die ÖH Uni Wien gescheitert ist „ weiterlesen
  • „Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“
    „Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“ Die Zerrissenheit ukrainisch-jüdischer Gefühle in der Diaspora Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Ich bin nur deshalb in Deutschland geboren, weil meine Eltern 1992 vor der antisemitischen Hochstimmung und wegen der Pogromangst aus der Ukraine flohen. Sie kamen mütterlicherseits aus Kyjiw, väterlicherseits aus Odessa. In„„Nach dem Krieg ist vor dem Krieg““ weiterlesen
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    Trump als Friedensstifter? Analyse über den viel zu späten Deal, die großen Player im Nahen Osten und das Scheitern der Demokraten unter Joe Biden, den Krieg zu beenden Als ich die Nachricht vom Friedensplan hörte, habe ich zuerst gejubelt und dann, wie viele andere, geweint. Der Plan ist das, wofür wir seit zwei„Trump als Friedensstifter?“ weiterlesen
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    Everything I Don’t Like is a Genocide Völkermord als Kampfbegriff im Zeitalter der Performanz Der Begriff „Genozid“ ist untrennbar mit dem polnisch-jüdischen Juristen Raphael Lemkin verbunden, der ihn während des Zweiten Weltkriegs prägte, um die systematische Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten zu beschreiben. Lemkin veröffentlichte 1944 sein Werk Axis„EVERYTHING I DON’T LIKE IS A GENOCIDE“ weiterlesen
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    Das Kirk-Phänomen Am 10. September 2025 geschieht etwas, was das Internet beben lässt. Ein Mord. Doch kein gewöhnlicher, wie die 700 Amokläufe letztes Jahr in den USA oder einer der 50.000 Toten durch Schusswaffen, die das amerikanische Freiheitsbild selbstverständlich in Kauf nimmt. Dieses Mal ist es anders. Um 12:23 wird Charlie Kirk kurz„Das Kirk-phänomen“ weiterlesen

Feminismus.

Kultur.

Horroksop.

  • Horroksop – Winter 2025
    Horroksop – Winter 2025 Aries – Widder 21. März – 20. April Julius Caesar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) Der Morgen, an dem Julius Caesar durch die Hallen der Curia ging, trug ein Schweigen, das eines sterbenden Zeitalters würdig war. Die Senatoren, die ihn begrüßten, taten es mit Lippen, die kaum„Horroksop – Winter 2025“ weiterlesen

Sternworträtsel.