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NOODNIK #14

Zeitschrift der Jüdischen österreichischen Hochschüler:innen

Kommentar.

Bei uns gibt es kein “Ende gut, alles gut”

Bei uns gibt es kein “Ende gut, alles gut” Diese Ausgabe widmen wir gewissermaßen den letzten zwei Jahren. Eine Zeit, die nicht nur für die JöH eine sehr bewegende war. Im letzten NOODNIK berichteten wir über Bündnisse, die zu Bruch gingen, doch eigentlich schien da auch eine Hoffnung durch. Wir hofften, dass nach beinahe zwei Jahren Krieg alle ihr wahres Gesicht gezeigt hätten. Doch wieder einmal war unsere Einschätzung von Naivität geblendet. Pünktlich zum Release der besagten letzten Ausgabe fing der Krieg mit dem Iran an. Dies bedeutete, dass uns die Absurdität unserer Realität wieder einmal vor Augen geführt wurde. Denn…

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Schmock des Quartals.

Rau auf glattem Eis.
Der Schmock gibt im Gegensatz zum NOODNIK nur leere und unnötige Aussagen wieder. Der Schmock ist auch das, was zum Vorschein kommt, wenn einer seinen Bademantel nicht geschlossen halten kann.

Bildstrecke.

Zeev Engelmayer (*1962) ist ein israelischer Künstler, Illustrator, Comiczeichner, Performer, Aktivist und Dozent für Visuelle Kommunikation an der
Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem. Als selbsternannter „Art-ivist“ nutzt er seine kreativen Arbeiten, um Toleranz zu fördern und gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Besonders bekannt ist Engelmayer für seine Auftritte als „Shoshke“, eine von ihm geschaffene Figur, in deren Rolle er Performances und aktivistische Aktionen durchführt. Nach den Ereignissen des 7. Oktober 2023 begann Engelmayer täglich „Postkarten“ zu gestalten, welche den Geiseln gewidmet waren. Diese Arbeiten sollen Hoffnung geben und die Aufmerksamkeit auf die Freilassung lenken. Im Rahmen regelmäßiger Treffen mit den Angehörigen der Geiseln, schenkte er ihnen die Zeichnungen ihrer Liebsten.

Seine umfangreichen Werke und Kollaborationen wurden in internationalen Galerien und Museen ausgestellt. Sein Ziel ist es, durch seine Arbeiten einen toleranteren und von Optimismus geprägten Diskurs in Israel zu ermöglichen. Engelmayer hat die Absicht, dass „wir die Realität zum Besseren verändern können“.

Editorial.

Liebe:r Leser:in, 

wir können es selbst kaum glauben, aber der NOODNIK ist schon Vierzehn Ausgaben alt. In Österreich wären wir jetzt schon fast vollständig zurechnungsfähige, junge Erwachsene, die für ihre eigenen (Misse-)Taten geradestehen müssten. Auch wir nehmen diese Verantwortung sehr ernst und stehen mit unseren Antworten auf die etwas vernachlässigte FANPOST für unsere Missetaten gerade.

In unserem SCHWERPUNKT Immer noch Oktober widmen wir uns angesichts der zweiten Jährung des 7. Oktobers 2023, zwei Jahren Krieg und einem vermeintlichen Frieden, der Frage, was das alles mit der jüdischen Welt gemacht hat und wie es von hier aus weitergeht. Unglaublich, dass diese Misere schon zwei Jahre her ist. Fühlt sich an als wäre es gestern gewesen, als die Hamas von unseren vermeintlichen linken Verbündeten zu freiheitskämpfenden Helden auserkoren wurde. Ihr könnt euch also in dieser Edition über die SKATERS AGAINST GENOCIDE echauffieren, über den israelischen Geiseldiskurs informieren und wegen des IKG-PR Desasters in der ZiB 2 (ihr wisst genau, welches wir meinen) weinen.

In der Rubrik POLITIK geht es diesmal darum, wie dem Kampf gegen Antisemitismus von dem VSStÖ Uni Wien ins Gesicht geschlagen wurde und was zum Rücktritt einer ÖH-Vorsitzenden führte – mehr dazu könnt ihr von ihr persönlich lesen. Andernorts schauen wir uns den meistverwendesten Begriff der letzten zwei Jahre an: Genozid. Unterhaltung bringt ein kleiner Sprung auf die andere Seite des Teichs nach Trumpistan. Da niemand von uns gerade auf ein US-Visum wartet, trauen wir uns sogar über Mr. Kirk höchstpersönlich zu sprechen.

In der Rubrik FEMINISMUS lassen wir uns über Candice Owens´ ziemlich offenen Antisemitismus aus, und beleuchten die Propagierung der „neuen Frau“ in rechten Social-Media-Zirkeln, a.k.a The Trad Wife, wo man nicht allzu tief buddeln muss, um an Braunes zu gelangen. Für etwas „Leichtigkeit“ blicken wir nach Israel auf die tiefgreifende systematische Diskriminierung von Frauen und auf den rassistischen Horror, den äthiopische Israelinnen erleb(t)en.

In KULTUR könnt ihr einiges über den Zerfall der israelischen Friedensbewegung (also die Ermordung Jitzhak Rabins) erfahren. Österreichische Themen dürfen hier natürlich a net fehlen, also nehm ma des neue Musical über die Kaiserin als Anlass a bissl hinter die Kulissen von Maria Theresia zu schauen- was seh ma da? Natürlich Antisemitismus!

Im hochkomplex erstellten STERNWORTRÄTSEL könnt ihr euer Geschick und euer Wissen testen, und wenn ihr die Gscheitesten der Klügsten seid, und es tatsächlich schafft, alles richtig auszufüllen, habt ihr es wirklich verdient, vor euren Kommiliton:innen mal ordentlich zu braggen. 

Im HORROKSOP bringt euch die ganze Klugheit jedoch nichts, denn was unsere Astrolog:innen über euer Schicksal in komplizierten Sternzeichen Channeling Sessions erfahren, das ist besiegelt und dem kann auch niemand entkommen.

Last but not least wird dieser Noodnik von einer bewegenden BILDSTRECKE vom israelischen „Art-ivisten“, Künstler, Illustrator und Comiczeichner, Zeev Engelmayer begleitet, damit ihr etwas zum Anschauen habt, wenn ihr eine kleine Pause beim Lesen braucht. Wir sind aber natürlich ganz stolz auf euch, dass ihr überhaupt noch eine honest to god physische Zeitschrift in die Hand nehmt und zumindest versucht, etwas zu lesen.

Wir wünschen euch also gutes Gelingen und hoffen, dass ihr unsere Artikel genießt. Die Noodniks haben sich hier auch wirklich viel Mühe gemacht, ihr werdet es sicher nicht bereuen,

Die NOODNIK Redaktion

Schwerpunkt.

  • Lieber Alon Ohel – Ein Bericht
    Lieber Alon Ohel – Ein Bericht Nach 737 Tagen Geiselhaft ist der 24-jährige, israelisch-deutsche Pianist Alon Ohel endlich wieder bei seiner Familie in Lavon. Er kam erst im Rahmen des jüngsten Geiseldeal frei. Was müsste man Alon über die Welt zwischen Oktober 23 und 25 berichten, die ihm in völliger Abschottung in den„Lieber Alon Ohel – Ein Bericht“ weiterlesen
  • Bring Them Home – aber nicht um jeden Preis
    Bring Them Home – aber nicht um jeden Preis Zwei Jahre Kampf um das Geisel-Narrativ Kaum ein Thema hat die israelische Mehrheitsgesellschaft in den vergangenen zwei Jahren so geeint und gespalten, wie das Schicksal der Geiseln. Während zu Beginn noch das unfassbare Leid des  siebten Oktobers im Vordergrund stand, überlagerte der Einmarsch der„Bring Them Home – aber nicht um jeden Preis“ weiterlesen
  • Skaters against Genocide
    Skaters against Genocide Performanz und Identitätsstiftung im sogenannten Palästina-Aktivismus Ich schicke meiner Freundin Xsenia* (*Name von der Redax zum Schutz geändert) diesen Text in der Rohfassung – zum drüberschauen. „Judith, das muss mehr schnalzen!” Sie schickt mir Screenshots aus ihrem Freundeskreis, da ist alles mit dabei: Die Propaganda Accounts á la “All eyes„Skaters against Genocide“ weiterlesen
  • Danke für nichts und alles
    Danke für nichts und alles Nach zwei Jahren des Schweigens, Streitens und Verlernens bleibt mir eigentlich nur eines: Danke zu sagen. Nicht aus Höflichkeit, sondern weil Dank manchmal die ehrlichste Form der Resignation ist. Danke an ein Land, das sich in diesen zwei Jahren so sehr bemüht hat, den Nahostkonflikt endlich in Europa„Danke für nichts und alles“ weiterlesen
  • Keine Botschafter Israels, oder doch? 
    Keine Botschafter Israels, oder doch? Über die Rolle jüdischer Gemeindevertreter:innen und ein bedenkliches ZiB 2-Interview Eine große Sorge, die Jüdinnen und Juden weltweit beschäftigt, ist im Alltag ohne Anlass für den Staat Israel und dessen Handlungen eintreten zu müssen. Die Angst, plötzlich als Pro-Bono-Anwalt des jüdischen Staates herangezogen zu werden, prägt die Realität„Keine Botschafter Israels, oder doch? „ weiterlesen

Politik.

  • Warum die ÖH Uni Wien gescheitert ist 
    Warum die ÖH Uni Wien gescheitert ist  Unausgesprochener linker Antisemitismus und die Illusion solidarischer Praxis Ich, Ida Belaga, habe die Koalition von GRAS und VSStÖ an der Hochschüler_innenschaft der Uni Wien am 17.11.2025 öffentlich für gescheitert erklärt, doch war diese Zusammenarbeit schon seit längerem zum Scheitern verurteilt. Um die Schwere dieser Entscheidung verständlich„Warum die ÖH Uni Wien gescheitert ist „ weiterlesen
  • „Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“
    „Nach dem Krieg ist vor dem Krieg“ Die Zerrissenheit ukrainisch-jüdischer Gefühle in der Diaspora Nach dem Krieg ist vor dem Krieg. Ich bin nur deshalb in Deutschland geboren, weil meine Eltern 1992 vor der antisemitischen Hochstimmung und wegen der Pogromangst aus der Ukraine flohen. Sie kamen mütterlicherseits aus Kyjiw, väterlicherseits aus Odessa. In„„Nach dem Krieg ist vor dem Krieg““ weiterlesen
  • Trump als Friedensstifter?
    Trump als Friedensstifter? Analyse über den viel zu späten Deal, die großen Player im Nahen Osten und das Scheitern der Demokraten unter Joe Biden, den Krieg zu beenden Als ich die Nachricht vom Friedensplan hörte, habe ich zuerst gejubelt und dann, wie viele andere, geweint. Der Plan ist das, wofür wir seit zwei„Trump als Friedensstifter?“ weiterlesen
  • EVERYTHING I DON’T LIKE IS A GENOCIDE
    Everything I Don’t Like is a Genocide Völkermord als Kampfbegriff im Zeitalter der Performanz Der Begriff „Genozid“ ist untrennbar mit dem polnisch-jüdischen Juristen Raphael Lemkin verbunden, der ihn während des Zweiten Weltkriegs prägte, um die systematische Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten zu beschreiben. Lemkin veröffentlichte 1944 sein Werk Axis„EVERYTHING I DON’T LIKE IS A GENOCIDE“ weiterlesen
  • Das Kirk-phänomen
    Das Kirk-Phänomen Am 10. September 2025 geschieht etwas, was das Internet beben lässt. Ein Mord. Doch kein gewöhnlicher, wie die 700 Amokläufe letztes Jahr in den USA oder einer der 50.000 Toten durch Schusswaffen, die das amerikanische Freiheitsbild selbstverständlich in Kauf nimmt. Dieses Mal ist es anders. Um 12:23 wird Charlie Kirk kurz„Das Kirk-phänomen“ weiterlesen

Feminismus.

Kultur.

Horroksop.

  • Horroksop – Winter 2025
    Horroksop – Winter 2025 Aries – Widder 21. März – 20. April Julius Caesar (100 v. Chr. – 44 v. Chr.) Der Morgen, an dem Julius Caesar durch die Hallen der Curia ging, trug ein Schweigen, das eines sterbenden Zeitalters würdig war. Die Senatoren, die ihn begrüßten, taten es mit Lippen, die kaum„Horroksop – Winter 2025“ weiterlesen

Sternworträtsel.