NOODNIK #10

NOODNIK #10

Zeitschrift der Jüdischen österreichischen Hochschüler:innen

Kommentar.

Campen für die Intifada?

Campen für die Intifada? Was ist in den Monaten seit dem letzten NOODNIK passiert? Leider gewohnt viel Beunruhigendes: Der Antisemitismus stieg in Österreich, Europa und der ganzen Welt weiter, immer mehr Aufrufe machten sich im Internet und anderswo breit, um gegen Israel zu hetzen. Aber wieso hat plötzlich jede:r eine Meinung zu Israel und ist Nahost-Expert:in? Wo waren oder besser gesagt sind alle diese Meinungen, wenn es um Uigur:innen oder den Genozid an Jesid:innen geht, oder die Millionen Toten und Vertriebenen in anderen Konflikten? Wieso kann man sich unter dem Deckmantel „Israelkritik“ heutzutage alles erlauben? Und überhaupt, warum gibt es…

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Schmock des Quartals.

Der Schmock gibt im Gegensatz zum NOODNIK nur leere und unnötige Aussagen wieder. Der Schmock ist auch das, was zum Vorschein kommt, wenn einer seinen Bademantel nicht geschlossen halten kann.

Bildstrecke.

Maya Roisman (*1995 in Netanya, Israel) |  Nutzt Kunst als Medium, um den Raum zwischen persönlichen und kollektiven Narrativen zu erforschen und neu zu interpretieren. Zu ihrer künstlerischen Praxis gehört die Kommunikation komplexer emotionaler Realitäten. Durch ihre Studien der Architektur und Kunstgeschichte vertiefte sie ihr Verständnis für die Vielschichtigkeit von Kunst, welche sie nutzt, um unterschiedliche Bedeutungsebenen für verschiedene Betrachter:innen zu generieren. 
In ihrer Serie „distorted history“ hinterfragt sie vorherrschende Patriotismen und die Heroisierung historischer Figuren. Ihre Werke, oft Collagen aus gefundenem Material, reflektieren ihre jüdische sowie ihre queere Identität und stehen in kritischer Beziehung zur heteronormativen Gesellschaft. Roisman strebt danach, Werke zu schaffen, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch kulturelle und persönliche Grenzen in Frage stellen

Editorial.

Liebe:r Leser:in, 

schrecklich, dass wir auch noch in unserer mittlerweile 10. (!) Ausgabe klarstellen müssen, dass wir Jüdinnen und Juden nicht die Brunnen vergiftet haben, um die “Verschwulung” der Gesellschaft herbeizuführen. Aber was soll’s, selbst wenn wir das manchen noch in Jahrzehnten durch die Hörgeräte ins Ohr brüllen müssen, dann werden wir das tun.

Unser SCHWERPUNKT Queer Jewish Pride befasst sich mit einem durchaus schwierigen Thema für uns: Homophobie und Queerfeindlichkeit in sowohl innerhalb, als auch außerhalb jüdischer Gemeinden. Wir alle sind stolz, jüdisch zu sein, und schämen uns gleichzeitig für die minderbemittelten Aussagen und Ansichten vieler unserer Mitglieder. Deswegen kommt unser Leitartikel dieses Mal von dem jüdisch-queeren Bündnis KESHET, das gekonnt die Intelligenz in den Quotienten bringt. Ähnliches berichtet auch die wiener-jüdische Jugendorganisation Hashomer Hatzair, die im Gegensatz zu Organisationen wie „Queers for Palestine“ (whatever the fuck that is) nicht mit dem falschen Waschmittel wäscht (gemeint ist das Pinke…). Im Gegensatz zur pseudolinken Schwurblerei der letzten Monate ist in Israel, im Gegensatz zu seiner Nachbarschaft, die Existenz als queere Person durchaus (über)lebbar. 

Für die POLITIK gibt es, egal ob national oder international, kaum Lichtblicke: In den USA wird die kommende Wahl für Jüdinnen und Juden nicht leicht, denn sie müssen sich zwischen Möchtegern-Islamist:innen bei den Demokraten und Neo-Nazis bei den Republikanern entscheiden. Hier ist die Wahl tatsächlich eine Qual. Neo-Nazis gibt es auch bei den diesjährigen Nationalratswahlen in Österreich (Schock!) sowie auch Faschisten in der Türkei. Nachdem die UN in den letzten Monaten so tolle Arbeit geleistet hat, dachte sich auch der Internationale Strafgerichtshof, dass er diesen hohen Ansprüchen gerecht werden muss. Und falls jemand von euch noch immer nicht weiß was Anti-Deutsche oder Anti-Imps sind, dann können wir uns in dieser Ausgabe gemeinsam die Antwort holen.

Unsere Rubrik FEMINISMUS beginnt in dieser Ausgabe mit einem Artikel des KEINE LIEBE Kollektivs, die sich wundern, wieso denn eigentlich feministische Stimmen die Massenmorde und -vergewaltigungen an israelischen Frauen nicht verurteilt haben. Auch über die UN schreiben wir, bekannterweise hat ja der Iran trotz Bruchlandung (RIP Raisi) den Vorsitz der Menschenrechtskonvention und Saudi Arabien den Vorsitz der Frauenrechtskonvention. Was soll da schon schiefgehen? Und was hat eigentlich Misogynie mit Homophobie zu tun? Im STUDIERENDENLEBEN darf natürlich unser Survival Guide nicht fehlen, wie sollt ihr eure Zeit zwischen Intifada-Camp und Hörsaal sonst überleben? Falls ihr noch nicht das Vergnügen hattet, ein Intifada-Camp live mitzuerleben, haben wir einen Bericht von der Columbia University für euch. Und nicht vergessen: MORGEN IST EUROPAWAHL!!!

Unsere LeitKULTUR aus Hollywood ist komischerweise auch nicht unbedingt gefüllt mit gebildeten Personen. Zusätzlich haben wir für euch auch eine Einführung ins Queer Israeli Cinema und einen Bericht über das Theaterstück von Doron Rabinovici zum 7. Oktober. Vergesst auch nicht unser Orakel Cha Irman XI bezüglich eurer Zukunft zu konsultieren, außerdem gibt es wieder das beliebte Sternworträtsel. Wer weiß, vielleicht liegen die Dinge ja Tentakel-in-Tentakel? 

Abschließend haben wir auch noch unsere Archive durchkämmt und ein paar Ausschnitte aus den ganz alten NOODNIKs für Euch herausgesucht. Liebe Oldies, falls ihr bei denen mitgewirkt habt, dann viel Spaß beim Bingo heute Abend.

Gutes Lesen!

Die NOODNIK Redaktion

Schwerpunkt.

Politik.

Feminismus.

Studierendenleben.

Kultur.

Horroksop.

  • Horroksop – Sommer 2024
    Horroksop – Sommer 2024 Aries – Widder 21. März – 20. April In dieser düsteren Welt voller verlorener Seelen und zerbrochener Träume, tanzen wir alle im Schatten unserer eigenen Vanitas, verloren in einem endlosen Labyrinth aus Illusionen und Selbsttäuschungen. Der Saturn liegt im Haus der karintischen neophyten und sorgt für wallende Stimmungen.  Beauty„Horroksop – Sommer 2024“ weiterlesen